Liebe Partner,
zu Beginn des neuen Jahres wünschen wir Ihnen viel Erfolg,Gesundheit und Zufriedenheit – persönlich wie geschäftlich. Wir hoffen, Sie konnten die Feiertage nutzen, um neue Energie zu schöpfen, und blicken – trotz anhaltender Herausforderungen – mit Zuversicht auf 2026.
Wir bleiben unserem Motto treu und schicken Ihnen auch in diesem Jahr wieder keine (langweilige) klassische Weihnachtskarte, verbunden mit dem üblichen „guten Rutsch“ ins neue Jahr. Vielmehr schicken wir Ihnen einen besonderen Jahreskalender für 2026. Verstehen Sie diesen Kalender als „tickende Uhr“ – denn zum 01.01.2027 kommt einer der ganz großen „Gamechanger“ der letzten Jahrzehnte im Bereich der Altersvorsorge: das „Altersvorsorgedepot“.
Nun gibt es vielleicht auch für Sie gute Gründe, dieses Datum und das anstehende Jahr 2026 zu fürchten: Die Entwicklungs- und Umsetzungszeit ist extrem knapp, die IT-Ressourcen und Budgets (vermutlich) zu niedrig, der Wettbewerbsdruck riesig und die neue Konkurrenz im Markt immens.
Trotzdem glauben wir fest daran, dass Sie in 2026 – sofern Sie den Mut für richtungsweisende Entscheidungen aufbringen können – die Basis für Ihr zukünftiges Wachstum setzen können. Weshalb Sie die Kalenderblätter nach Ablauf des jeweiligen Monats auch in Erde einsetzen können, damit Sie sich im Laufe des Jahres der daraus entstehenden Pflanzen erfreuen können. Vielleicht wird es ja mehr als nur ein kleines Symbol für dieses Jahr für Sie.
Das Jahr 2025 hat jedenfalls eindrucksvoll bestätigt, was wir bereits in den Jahren zuvor beobachten konnten: Die Modernisierung der Infrastruktur für Altersvorsorgelösungen wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für etablierte Anbieter. Ohne moderne IT-Plattform sind keine passenden Produkte mehr möglich. Und ohne passende Produkte verliert der Vertrieb immer stärker den Anschluss an den Wettbewerb, der mittlerweile sehr viel stärker von außerhalb der Lebensversicherungsbranche kommt. Sprich: Wer zu spät oder falsch digitalisiert, wird weiterhin Marktanteile verlieren.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein Großteil der Lebensversicherer veraltete Kernsysteme als größte Hürde für Produktinnovation und Time-to-Market bewertet. Laut Cap Gemini (World Life Insurance Report 2025) erweisen sich veraltete Technologien bei 47% der Lebensversicherern in Deutschland als Hindernis. „Digitalisierung“ bleibt für viele Marktteilnehmer ein Buzzword, hinter dem selten echte Innovation steht. Während die Mehrheit der Versicherer Digitalisierung als „Top-Priorität“ bezeichnet, gelingt nur einer Minderheit eine durchgängige End-to-End-Digitalisierung entlang der
Wertschöpfungskette. Neue Produktideen und Konzeptansätze sind entsprechend rar, während ein verschärfter Preiskampf die Margen weiter unter Druck setzt.
All das sind keine neuen Erkenntnisse. Gehandelt wurde in einem Großteil der Branche allerdings trotzdem nicht. Der Unterschied zu den Jahren davor wird aus unserer Sicht allerdings sein, dass jetzt die fehlende Handlungsbereitschaft in der Vergangenheit zur massiven Bedrohung des zukünftigen Geschäftsmodells wird. Denn der Abstand zu digitalen Wettbewerbern wie Neo-Brokern, Robo-Advisors, Direktbanken und anderen Plattformanbietern, die ihre Skalenvorteile immer konsequenter ausspielen, wird immer größer.
Zugleich hat die anstehende Reform der privaten geförderten Altersvorsorge viele Lebensversicherer kalt erwischt, obwohl bereits Ende 2024 die damalige „Ampel-Regierung“ kurz vor deren Umsetzung stand.
Nach Jahren intensiver Diskussion wird mit dem Altersvorsorgereformgesetz eine grundlegende Neuordnung der geförderten privaten Vorsorge auf den Weg gebracht, die das bisherige Riester-System in weiten Teilen regelrecht ablöst. Anbieter, die das Thema lange aufgeschoben haben, müssen nun innerhalb weniger Wochen Entscheidungen treffen, die zuvor über Jahre hinausgezögert wurden, um künftig digitalere, wettbewerbsfähigere und kosteneffizientere Produktlösungen anbieten zu können.
Der Gesetzgeber hat mit dem aktuellen pAV-Reformvorschlag klare Leitplanken für die Zukunft gesetzt, die auch massive Auswirkungen auf die gesamte Altersvorsorge in Deutschland haben wird:
- Der Wegfall von Garantien und Risikoabsicherung macht die Produkte „gleicher“. Der Wettbewerb mit Depotlösungen wird somit massiv verschärft. Lebensversicherungslösungen, die sich für den Endkunden nicht wie ein Depot „anfühlen“, werden vom Markt verschwinden.
- Der Wegfall der Verrentungspflicht lenkt das Augenmerk auf eine bisherige „Domäne“ der Lebensversicherer, die ebenfalls viel zu lange nicht transformiert wurde. Fondsgebundene Rentenphasen (als Entnahmeplan oder lebenslange Rente) werden – auch angesichts der Demographie – immer wichtiger. Und nicht nur in der zweiten Schicht.
- Die Verteilung der Abschlusskosten auf die gesamte Laufzeit zwingt Lebensversicherer und Vertriebe dazu, sich mit Ihrem Geschäftsmodell und neuen Vergütungsmodellen intensiv auseinanderzusetzen.
- Es ist außerdem viel gesagt, wenn der Gesetzgeber die Branche durch online abschließbare „Standardprodukte“ zu mehr Digitalität zwingen muss.
Glaubt irgendjemand noch ernsthaft daran, dass all diese Aspekte keinen Einfluss auf die bAV, die private Rentenversicherung oder die Basisrente haben wird, wenn das pAV-Reformgesetzt erst einmal eingeführt wurde? Die Lebensversicherungsbranche tut gut daran, die pAV-Reform nicht als isolierte Regulierung, sondern als Blaupause für zukünftige Produktwelten zu betrachten.
Wir bei myPension setzen seit unserer Gründung im Jahr 2016 auf die Digitalisierung von Altersvorsorgelösungen und haben unsere Plattform konsequent nach den Prinzipien offener, modularer Architekturen aufgebaut. Vor dem Hintergrund, dass ein großer Teil der Lebensversicherer Legacy-Systeme als Innovationsbremse identifiziert, bietet unsere Infrastruktur ein ideales technisches Umfeld, um bei den bevorstehenden Herausforderungen wirkungsvoll zu unterstützen.
Unsere drei zentralen Themen für 2026 spiegeln genau diesen Fokus wider:
1. Der Aufbau einer „Altersvorsorgedepot“-Plattform
Ziel ist es, eine Plattform bereitzustellen, die sowohl die Produktentwicklung als auch die Vertragsadministration des neuen Altersvorsorgedepots (inklusive Onboarding und Kundenkonto für die regulatorisch notwendigen „Standardprodukte“) ermöglicht. Durch unsere API basierte Architektur können Produktbausteine, Fondsuniversen und Tariflogiken in unserem Bestandssystem flexibel kombiniert und mit den passenden Frontendsystemen ausgestattet werden, um die Markteinführungszeiten für das Altersvorsorgedepot signifikant zu verkürzen.
2. Modularisierte Plattform für ablaufende Lebensversicherungen
Angesichts der wachsenden Zahl auslaufender Verträge entsteht ein strategisches Zeitfenster, um Kunden aus ablaufenden Lebensversicherungen in moderne, depotähnlichere Produktlösungen zu überführen. Hier ermöglichen wir mit unserer Plattform nicht nur die Produktentwicklung und -administration, sondern auch die weitgehend automatisierte Abwicklung von Abläufen für unterschiedliche Vertriebskanäle.
3. Innovative, KI-basierte Entnahmepläne und fondsgebundene Rentenphasen
Was im „Altersvorsorgedepot“ zukünftig möglich sein wird, wird auch in anderen Bereichen zum Standard werden. Flexible, kapitalmarktnahe Auszahlungsmodelle werden an die Stelle von starren und renditeschwachen Verrentungslösungen treten. Auf unserer Plattform entwickeln wir KI gestützte Entnahme- und Steuerungslogiken, die individuelle Risikobudgets, steuerliche Rahmenbedingungen und Kapitalmarktszenarien berücksichtigen, um Entnahmepläne robuster, transparenter und für Endkunden besser nachvollziehbar zu machen. Damit unterstützen wir fondsgebundene Rentenphasen, die die höheren Renditechancen des Kapitalmarkts mit einem strukturierten, regelbasierten Risikomanagement verbinden.
Darüber hinaus freuen wir uns bereits darauf, Sie herzlich zur 3. Ausgabe unseres „Life Insurance Innovation Circle“ am 17. September 2026 einzuladen. Auch dieses Jahr planen wir wieder eine attraktive Agenda mit exzellenten Referenten zu relevanten und aktuellen Themen rund um Produkte, Vertrieb und IT.
Bis dahin halten wir Sie gemeinsam mit unseren Partnern über die Entwicklungen zur pAV-Reform und deren Auswirkungen auf Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle kontinuierlich auf dem Laufenden.
Wir danken Ihnen für das Vertrauen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Lassen Sie uns die Chancen des Wandels gemeinsam nutzen – mit Weitblick, Mut und Gestaltungswillen. Vor allem aber, damit zukünftiges Wachstum für Sie nicht auf unseren „Saatgutkalender 2026“ beschränkt bleibt.
Wir freuen uns auf den Dialog und viele persönliche Begegnungen in 2026.
Mit herzlichen Grüßen
Alberto del Pozo
Geschäftsführer

